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Prozess – Wandarbeit am Hühnerposten am Hamburger-Hauptbahnhof

Submitted on 19. Mai 2008 – 01:00 Email | Print | PDF |

Artists: DAIM, RKT One, Tasek | "Prozess" | Spraypaint on wall | Hamburg / Germany | 2008Die drei Graffiti-Künstler Mirko Reisser (DAIM), Heiko Zahlmann und Gerrit Peters (Tasek) sind vom Eigentümer des Hühnerposten, die FAMOS Projekt GmbH, beauftragt worden, die Gestaltung von Außenmauer am Hühnerposten, dem Sitz der Öffentlichen Bücherhallen, zu übernehmen. Die schmucklose Backsteinfläche weicht sieben jeweils 30 Quadratmeter großen Bildern. Das Projekt ist auch spannend, weil es unter besonders schwierigen Umständen direkt neben der Gleiseinfahrt zum Hauptbahnhof entsteht.
Beauftragt wurde von FAMOS die Künstlergruppe „getting-up“. Gerrit Peters, Mirko Reisser und Heiko Zahlmann gehören seit fast 20 Jahren der Graffiti-Szene an. Sie haben 1999 die Ateliergemeinschaft getting-up gegründet, die Auftragsarbeiten zu Wandarbeiten im öffentlichen Raum in Deutschland und weltweit ausführt. Bekannt wurden sie u. a. 2001 mit einem Graffiti bedruckten 2.000 Quadratmeter großen Transparent, das sie am Dock 10 von Blohm + Voss im Hamburger Hafen sprühten. In zahlreichen großen Museen, wie z.B. in der Kunsthalle Wuppertal, dem Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg und Simon de Pury & Luxembourg haben sie ihre Werke ausgestellt.

Die besonderen Schwierigkeiten ergeben sich aus der Lage: Täglich verkehren rund 1.000 Züge zum Hauptbahnhof. Während der bis zum 25. Mai angesetzten Arbeit müssen aus Sicherheitsgründen Züge auf andere Gleise umgeleitet werden; die Bahn hat eigens Sicherheitskräfte abgestellt. Die Graffiti-Künstler arbeiten – gut sichtbar in Signalwesten – jeweils montags bis freitags von 9 bis 15 Uhr.

FAMOS: „Der Hühnerposten ist ein wichtiger Kulturstandort“
Reimund Schulz, Geschäftsführer von FAMOS Projekt: „Wir möchten gerne zum einen dazu beitragen, junge Künstler zu fördern und zum anderen wollen wir auch unser historisches Gebäude dort verschönern, wo es Sinn macht. Der Hühnerposten ist mit den Bücherhallen und dem Goethe-Institut zudem ein wichtiger Hamburger Kulturstandort. Das beweist auch die Aufstellung der mittlerweile zu internationaler Bekanntheit gelangten beiden Balkenhol-Skulpturen auf dem Vorplatz des Hühnerpostens, der zudem den Namen Arno-Schmidt-Platz trägt und an einen zu Unrecht fast in Vergessenheit geratenen Literaten erinnert.“

Passend zur Nutzung des Hühnerpostens: getting-up bringt Schreibkunst auf die Wand
Heiko Zahlmann von getting-up: „Wir sind nun fertig mit der Grundierung der Backsteinflächen und beginnen damit, ein Bild aus kalligrafischen Elementen aufzutragen. Jeder von uns Dreien hat einen persönlichen Stil im Umgang mit Kalligrafie entwickelt. Diese Schriftzeichen komponieren wir auf der Wand. Titel des Kunstwerkes lautet `Prozess´. Wir abstrahieren und kodieren die Begrifflichkeiten, die sich mit `Prozess´ im Sinne von Entwicklung beschäftigen. Dabei schließen wir den Kreis zu den Gebäudemietern: Auch die Öffentlichen Bücherhallen und das dort ebenfalls beheimatete Goethe-Institut beschäftigen sich mit Kalligrafie im Sinne der Schreibkunst.“


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